Ausbildungs-(r)Evolution

.Junge Menschen von heute haben auf Grund der Digitalen Revolution und anderen gesellschaftlich fundamentalen Veränderungen eine gänzlich andere Sozialisation als vorherige Generationen. Diese Generation der Millennials finden sich einer Lebens- und Bildungssituation gegenüber, die nicht zu ihrer Entwicklung passt. Die Folge ist, dass viele junge Menschen nicht genügend auf die Ausbildungs- und Arbeitswelt vorbereitet worden sind. Die mangelnde Ausbildungsreife wird von vielen, gerade handwerkliche orientierten Verbänden, Organisationen, Kammern und Innungen kritisiert. Der Autor, selbst Techniker Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau und Diplom-Sozialpädagoge stellt am Beispiel des Garten- und Landschaftsbau diese Diskrepanz dar. Müller-Bernhardt setzt sich dabei mit den Ursachen auseinander, warum junge Menschen häufig nicht für eine Ausbildung geeignet sind. Als maßgebliche Ursache sieht er die Struktur unserer allgemeinbildenden Schulen, die konzeptionell aus dem 19ten Jahrhundert stammt. Er stellt die bisherige duale Ausbildung in ihrer Struktur in Frage und findet auch die Ursachen dafür, warum Auszubildende nicht die Erwartungen ihrer Ausbilder erfüllen können. Müller-Bernhardt sieht die Lösung dieser Schwierigkeiten darin, den Auszubildenden selbst die Verantwortung und Ausgestaltung ihrer Ausbildung anzuvertrauen. Er löst sich von dem Gedanken, dass Ausbildung dreijährig ausgestaltet sein soll und individualisiert die Ausbildung, von der Ausbildungszeit, über die Berufsschule, die Ausbildungsinhalte bis hin zu den Prüfungen. Getragen von dem Gedanken, „wie schaffen wir eine zukunftsorientierte und zukunftstaugliche Ausbildungsstruktur für junge Menschen im Jahr 202x “ stellt der Autor eine neue evolutionäre – revolutionäre Ausbildungsstruktur vor, in der Auszubildende eigenverantwortlich, individuell, ressourcen- und handlungsorientiert ihre Potenziale entfalten können. Diesen individuellen Weg zu begleiten ist Aufgabe des Ausbilders, des ausbildenden Betriebes, in der er die prozessualen Möglichkeiten dazu schafft.
Ein Buch was vieles in der derzeitigen Ausbildung in Frage stellt, aber auch viele Angebote liefert und Antworten findet.

 

 

L e s e p r o b e :
Fragen an Chefs, Baustellenleiter, Vorarbeiter, Ausbilder:
Könnten sie auf folgende Art und Weise arbeiten? Ihre Mitarbeiter kommen auf die Baustelle und wollen ihre Arbeit aufnehmen. Erst 15 Minuten später kommt der Vorarbeiter hinzu, entschuldigt sich nicht, dass er zu spät kommt und erklärt lapidar, dass er noch telefoniert hätte. Anders herum würde er aber einem sich verspätenden Mitarbeiter seinen Unmut darüber äußern. Nachdem die Arbeit verteilt ist, legen die Mitarbeiter mit ihrer Arbeit los.  Alle beginnen mit dem Setzen von Hochborden.
Die Arbeit ist gerade angelaufen, alle sind ein wenig warm geworden, da spricht der Vorarbeiter nach 45 Minuten: „bitte alles einpacken, wir wollen jetzt mit dem Rasenplanum beginnen“. Etwas irritiert packen alle Mitarbeiter die Werkezuge und Maschinen, die sie zum Setzen von Borden brauchten wieder ein und holen sich Schaufel und Harke. Alle fangen an das Planum zu harken, ein Viertel der Fläche wird auch fertig. Dann ist Frühstück. Nach der Frühstückspause wird aber nicht weiter geharkt, der Vorarbeiter teilt schon mal Sträucher aus und bittet alle Mitarbeiter die Sträucher zu pflanzen. Als die Pflanzlöcher ausgehoben sind, teilt der Vorarbeiter mit, dass nun alle schon mal anfangen könnten das Car-Port aufzustellen.
Als Chef hätten sie diesen Vorarbeiter längst entlassen, und das mit Recht. Wer so katastrophale Tagesstruktur durchführt, hat sein Geld nicht verdient. Dieser Vorarbeiter treibt sie in die Insolvenz. In der Schule läuft es aber genauso ab. Alle 45 Minuten, manchmal auch 90 Minuten kommt ein anderer Unterrichtsstoff und unseren Kindern bleibt nichts anderes übrig, als diesen tagesstrukturellen Quatsch mitzumachen. Noch schlimmer als die Situation auf der Baustelle, denn in der Schule ist nicht der Lehrer für diese Struktur verantwortlich, eventuell der Direktor, aber vor allen unsere „Kultusminister“. Und in der Schule ist es noch schlimmer als auf dieser chaotischen Baustelle, dort in der Schule wechselt nicht nur die Tätigkeit, auf die man sich alle 45 Minuten neu einstellen muss, sondern auch der Vorarbeiter. Welch ein struktureller und organisatorischer Quatsch.
Was hatte ich noch über das Lernen gesagt, wie war das noch mit den Emotionen und Gefühlen, wie war das noch mit den 6 Kanälen zum Gehirn, wie war das noch mit den Kindern, die intrinsisch lernen? Von alledem ist in der Schule nichts umgesetzt und beachtet. Frontalunterricht an der Tafel.  Das diese nun ein White-Bord ist, ändern nichts daran, dass sämtliche Lerntheorien, die die Wissenschaften sämtlicher Richtungen, die sich mit dem Lernen beschäftigen, missachtet und mit Füßen getreten werden.
Was tun wir eigentlich unseren Kindern an, wenn nicht die Schule für deren Bildung da ist, sondern unsere Kinder so geformt werden, dass sie in dieses desolate System passen.

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